Parkett und Haustiere – geht das gut?

Hunde und Parkett / ©Verena N./pixelio.de

Grundsätzlich muss das Halten von Haustieren auf Parkettböden kein Widerspruch sein. Allerdings kann auch keine pauschale Empfehlung ausgesprochen werden. Denn Haustiere sind individuell zu betrachten und vertragen sich unterschiedlich gut mit anspruchsvollen Holzböden.

Parkett und Haustiere

Hund auf Parkett; Foto E. Kopp/pixelio.de
Hund auf Parkett; Foto E. Kopp/pixelio.de

Hunde zählen aufgrund ihrer Größe zu den schwersten Haustieren. Darüber hinaus haben sie auch die größten und stabilsten Krallen, welche sich immer wieder aufs Neue mit der Versiegelung auf dem Parkettboden „anlegen“. Das betrifft natürlich eher die großen Hunde, denn ein Chihuahua, ein Mops oder ein Dackel fallen buchstäblich nicht ins „Gewicht“. Handelt es sich jedoch um einen Neufundländer, eine Dogge, einen Bernhardiner oder einen ausgewachsenen Schäferhund, so machen sich viele Hundebesitzer zurecht Sorgen um das Parkett. Denn auch wenn größere Hunde nicht unbedingt in der Wohnung „toben“, so hinterlassen sie jedoch größere Kratzspuren und kleine Furchen, wenn sie sich täglich mit dem Parkett auseinandersetzen. Diese besonderen Abnutzungserscheinungen sollten bei der Parkettauswahl oder auch vor der Renovierung des Bodens unbedingt bedacht werden. Wer einen großen Hund hat und einen Echtholzboden bevorzugt, muss davon ausgehen, dass der Boden regelmäßigen Belastungen ausgesetzt ist. Damit das Parkett aber dennoch „hundefest“ gemacht werden kann, sollte die Oberflächenversigelung ins Auge gefasst werden. Bei einem geölten Boden zieht das Versiegelungssystem in den Boden ein, womit die natürliche Haptik des Holzes erhalten bleibt, da die unebenen Strukturen des Naturmaterials nicht überdeckt werden. Das bedeutet, dass ein geölter Boden rau, uneben und strukturiert ist. Ebenso, wie es das Holz vorgibt. Auf dieser „lebendigen“ Oberfläche fallen kleine Kratzer nicht besonders auf. Anders verhält es sich mit einem lackierten Boden. Das Holz wird mit dieser Versiegelungsform überdeckt, was natürlich auch seine Vorteile hat. Auf diese Weise entsteht eine ebenmäßige, auf Wunsch glänzende und edle Oberfläche, welche dem Boden einen hochwertigen Charme verleiht. Auf dieser nach dem Kauf noch glatten Fläche, machen sich die Kratzer welche durch Hundekrallen hervorgerufen werden, jedoch schnell bemerkbar.

Ein Refresher für den geölten Boden

Geölte Böden haben einen entscheidenden Vorteil. Sie können ganz einfach aufgefrischt werden. Sollte die ohnehin schon sehr matte Oberfläche nach ein paar Jahren stark beansprucht sein, kann diese ganz einfach nachgeölt werden. Anschließend sehen die Böden wieder wie neu aus. Wer den Boden nicht nur ölen, sondern auch versiegeln  möchte, kann ein 2 Komponenten Öl-Wachs-System verwenden. Diesen Systemen wird eine Härterkomponente beigemischt, mit der sich eine höhere Abriebfestigkeit erzielen lässt. Sollten dennoch sehr tiefe Furchen im Holz zu finden sein, kommt der Hundebesitzer nicht um die Renovierung herum. Eine Schleifmaschine kann ganz einfach ausgeliehen werden. Zahlreiche Anbieter dazu finden sich im Internet. Dabei sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass der Boden eine entsprechend starke Nutzschicht aufweist. Eine Nutzschicht von 4-8 mm kann ca. zwei- bis dreimal abgeschliffen werden, womit der Boden optisch immer wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt werden kann. Damit lässt sich eine hohe Lebensdauer des Bodens erzielen. Wer dennoch eine lackierte Oberfläche favorisiert, sollte im Vorfeld das Rutschverhalten des Hundes austesten. Findet der Vierbeiner generell keinen Halt auf der lackierten Oberfläche, kann dies langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes haben. Aber auch dafür haben sich verschiedene Anbieter etwas einfallen lassen. Ähnlich wie bei kleinen Kindern, werden auch für große Hunde Anti-Rutsch-Socken angeboten. Sofern der Hund ein kooperatives Verhalten an den Tag legt, können die Socken ganz einfach übergestreift werden. Das wirkt sich natürlich besonders schonend auf den Boden und auch auf die Gelenke des Vierbeiners aus.

Mehr Reinigungsaufwand mit Haustieren

Katze auf Parkett/©Siegbert Pinger/pixelio.de
Katze auf Parkett/©Siegbert Pinger/pixelio.de

Aber auch bei kleineren Haustieren wie zum Beispiel Katzen und Kaninchen sollte eher eine geölte Oberfläche gewählt werden. Auch hier gilt: Wer lieber eine lackierte Versiegelung bevorzugt, sollte darauf achten dass diese möglichst matt ist. Denn je glänzender die Lackschicht auf dem Boden ist, desto eher werden Kratzer optisch wahrgenommen. Das führt dazu, dass ein Boden schnell stumpf und abgenutzt wirkt. Viele Fertigparkettböden wurden bereits bei der Produktion matt versiegelt. Richtig brenzlig wird es dann allerdings, wenn der Vierbeiner noch nicht stubenrein ist und ein Malheur passiert. Eichen- und Akzienholz enthalten bestimmte Gerbsäuren, welche eine chemische Reaktion hervorrufen, sobald diese mit Tierurin in Kontakt kommen. Es entstehen unschöne, dunkle Flecken welche sich nur noch mit der Schleifmaschine entfernen lassen. Sollte der Vierbeiner also mal „undicht“ sein, ist es wichtig die Flüssigkeit sofort mit einem Küchentuch aufzunehmen. Die betroffene Stelle sollte anschließend mit Holzbodenseife gereinigt und eventuell mit einem Refresher behandelt werden.

 

 

Foto im Header: Verena N./pixelio.de

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