Parkett in Tanzschulen – Warum ist das eigentlich so?

Paar tanzt bei einem Wettbewerb auf Parkettboden

Ist Ihnen mal aufgefallen, dass in der Mehrheit der Tanzschulen Parkett verlegt ist? Warum ist das eigentlich so? Wir haben die Antworten!

Warum in Tanzschulen Parkett bevorzugt wird

Paar tanzt in Wettbewerb auf ParkettDer Bodenbelag in einer Tanzschule muss ganz besonderen Anforderungen gerecht werden. Zum einen muss der Boden wirklich hart im Nehmen sein, zum anderen muss er aber auch rutschfest sein, um Stürze zu vermeiden und Verletzungen vorzubeugen. Hinzu kommt, dass der Nutzer einen festen Halt benötigt, ohne dabei in seinem Bewegungsablauf eingeschränkt zu sein. Und damit sich der Belag zu einem waschechten „Tanzboden“ etablieren kann, muss dieser auch noch ein gewisses Maß an Elastizität gewährleisten. Das sind ganz schön viele Anforderungen, welche an einen Bodenbelag gestellt werden, der darüber hinaus auch noch robust, belastbar und langlebig sein soll. Nicht zuletzt muss der Bodenbelag in der Tanzschule auch optisch überzeugen. Schließlich weiß jeder Tanzschulenbesitzer, wie schwer es ist, die Kunden an Land zu ziehen und diese zu halten. Das klappt natürlich nur, wenn diese sich auch wohlfühlen und gern in die Tanzschule kommen. Doch wie sieht dieser Alleskönner von Bodenbelag eigentlich aus?

Das Zauberwort lautet: Parkett

Das Holzprodukt weist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal auf: Die Trittelastizität. Aufgrund seiner Mikrostruktur, welche aus Zellen mit einer wabenartigen Struktur besteht,  ist Holz sehr elastisch und wirkt sich damit positiv auf den Gehkomfort aus. Ermüdungserscheinungen der Bänder und der Fußmuskulatur werden auf ein Minimum begrenzt, was sich besonders bei langem Stehen bemerkbar macht. Hier spricht man von der sogenannten Pflastermüdigkeit. Parkett wirkt diesem Krankheitsbild entgegen und sorgt somit für einen optimalen Komfort beim Tanzen. Die intensive Nutzung, wie sie beim Tanzen entsteht, gestaltet sich damit als komfortabel und wird gegenüber nicht elastischen Böden sogar als angenehm empfunden.

Nicht jeder tanzt in Turnschuhen

Hoher Absatzschuh auf ParkettbodenDas Tanzen ist – besonders beim Paartanz – eine sehr ästhetische Angelegenheit. Klar, dass die top-gestylte Tangotänzerin keine Turnschuhe, sondern elegante High Heels trägt, welche ihr gesamtes Erscheinungsbild auf der Tanzfläche untermauern. Und natürlich schleicht sie damit auch nicht über das Parkett. Sie bewegt sich. Ziemlich heftig sogar. Die daraus resultierenden punktuellen Belastungen, wie sie durch ihre Absätze hervorgerufen werden, schaden dem Parkett auf Dauer. Die Abriebfestigkeit ergibt sich aus der Holzhärte und -feuchte. Aber auch die Versiegelung trägt zur Langlebigkeit bei. Die lackierte Versiegelungsform ist wesentlich robuster als eine Ölschicht. Und auch wenn der Tanzboden regelmäßig neu lackiert und somit immer wieder neu versiegelt wird, so entscheidet die Dicke der Nutzschicht über die Langlebigkeit des Tanzbodens.

7 Millimeter dürfen es schon sein

Die Nutzschicht des Parkettbodens wird in den unterschiedlichsten Stärken angeboten. In Privathaushalten ist eine Dicke von 1,3 mm gängig. Da das Parkett nur wenigen Belastungen ausgesetzt ist, reicht eine Nutzschicht von 1,3 mm Stärke aus. Im Flur sieht die Sache aber schon ganz anders aus. Hier werden zum Beispiel kleine Steinchen im Schuhprofil hereingetragen. Es entstehen unschöne Kratzer, welche sich jedoch mit Reparaturkits ausgleichen lassen. Ganz anders jedoch in einer Tanzschule. Hier wird der Boden täglich starken Belastungen ausgesetzt, weshalb die Versiegelung bald dem Verschleiß weicht. Ist der Boden erst einmal richtig abgenutzt, muss dieser abgeschliffen werden. Das geht jedoch nur, wenn die Nutzschicht eine gewisse Stärke aufweist. Bei einer 7 mm starken Nutzschicht, kann der Boden mehrfach renoviert werden, um optisch wieder seinen Ursprungszustand zu erreichen.

Paartanz bei einem Turnier auf geeignetem ParkettbodenBei Tanzturnieren zum Beispiel, ist die Bodenbeschaffenheit sogar im Regelwerk vorgeschrieben. So bestehen Tanzböden bei hoch angesehen Tanzveranstaltungen auch häufig aus Kunststoff-Verbindungen und manchmal sogar aus Glas, welches von unten beleuchtet werden kann. Doch nicht nur die Bodenbeschaffenheit, auch die Größe des Tanzbodens ist bei solchen Veranstaltungen vorgeschrieben. Dieser muss rechteckig sein und mindestens 210 Quadratmeter groß sein. In Tanzschulen gelten diese Regelungen zwar nicht, jedoch muss der Boden zumindest gut aussehen und gelenkschonende Eigenschaften aufweisen.

Doch welche Parkettarten eignen sich als Tanzboden?

Aufgrund der erforderlichen Nutzschicht-Stärke kommen nicht viele Parkettarten in Frage. Vorzugsweise wird Massivparkett, Furnierparkett, Sportparkett oder Schwingparkett als Bodenbelag in Tanzschulen verwendet. Letzteres ist ein flächenelastischer Sportboden, welcher bei Belastungen nachgibt. Die schwingende Unterkonstruktion dieser Böden verringert das Risiko der Verletzungsgefahr. Diese Konstruktion kann aus zwei verschiedenen Aufbauweisen bestehen. Entweder es werden Holzleisten verlegt, welche kreuzweise übereinanderliegen oder es werden Unterlagen genutzt, welche aus verformbarem Kunststoff bestehen. Ganz gleich, welche Variante verwendet wird, darauf folgt entweder eine Lastverteilungsschicht oder ein Blindboden.

Wir danken den Tanzveranstaltungsfotografen von AR Fotografie für die Bereitstellung des tollen Bildmaterials.

Du magst vielleicht auch

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.