Natürliche Farbveränderung von Parkett

Parkett und Farbveränderung (c) alexandre zveiger/fotolia.de

Echte Holzfußböden liegen voll im Trend. Nicht nur im Wohn- sondern auch im Geschäftsbereich erfreut sich Parkett immer größer werdender Beliebtheit. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand: Holz sieht nicht nur edel aus, es sorgt auch für eine gemütliche Wohnatmosphäre und ist darüber hinaus sogar atmungsaktiv indem Luftfeuchtigkeit gespeichert und abgegeben wird.

Der natürlich bedingte Prozess der Farbveränderung von Parkett

Da es sich bei Holz um ein Naturprodukt handelt, verändert sich die Oberfläche kontinuierlich. Das ist ein natürlich bedingter Prozess, welcher sich primär in der Farbverschiebung bemerkbar macht. Intensive Sonneneinstrahlung verstärkt diesen Prozess. Aber auch die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit wirken sich auf die Farbverschiebungen aus. Diese Farbunterschiede sind ganz natürlich und machen teilweise sogar den besonderen Reiz aus. Dunkle Materialien hellen auf, helle Holzarten werden im Laufe der Zeit dunkler.

Spezielle Beschichtungen können Abhilfe schaffen

Die Veränderungen können etwas abgemildert, jedoch nie ganz aufgehalten werden. Wer den Farbverschiebungen zumindest teilweise entgegenwirken möchte, kann spezielle Lacksysteme, Öle oder Lasuren verwenden, welche auf die unterschiedlichen Holzarten abgestimmt sind und auch die verschiedenen Beanspruchungen in puncto Pflege und Beschichtung berücksichtigen. Die Farbveränderungen machen sich besonders in den ersten Wochen nach der Verlegung bemerkbar. Gerade exotische Hölzer aus Asien und Afrika verändern schnell ihre Farbe. Das betrifft insbesondere Padouk-, Iroko- und Jatobahölzer. Hier können transparente Holzlacke Abhilfe schaffen, welche mit einem UV-Filter ausgestattet sind. Diese Lacke sind besonders dort zu empfehlen, wo direkte Sonneneinstrahlung auf dem Holzfußboden zu verzeichnen ist. Diese ist häufig in der Umgebung von großen Fenstern und Terrassentüren zu beobachten. Viele Hersteller arbeiten permanent an Farben und Lacken, welche nicht nur den natürlich bedingten Holzcharakter betonen, sondern darüber hinaus auch Kratzern vorbeugen und das Parkett vor schädlicher UV-Einstrahlung schützen. So bilden spezielle Parkettlacke eine sehr harte Oberfläche aus und verleihen der Nutzschicht dennoch ein gewisses Maß an Flexibilität, womit die natürlichen Bewegungen des Holzes unterstützt werden. Die Elastizität des Bodens wird dementsprechend nicht beeinträchtigt.

Die Ursache für die Farbveränderungen

Jede Holzart besitzt ganz eigene charakteristische Eigenschaften und reagiert individuell auf Licht- und Sonneneinstrahlung. Verantwortlich dafür ist das sogenannte Lignin. Die Bezeichnung wird von dem lateinischen Wort „lingum“ abgeleitet und bedeutet übersetzt „Holz“. Die Lignine bilden eine Gruppe aus Makromolekülen, welche sich aus Monomerbausteinen zusammensetzen. Die phenolischen Makromoleküle gelten als feste Biopolymere, welche in der pflanzlichen Zellwand eingelagert werden. In der Zelle bewirken diese dann die Verholzung. Da die Lignine aus organischen Verbindungen bestehen und sich stets verändern, sorgen diese für Farbverschiebungen auf der Parkettoberfläche. Die Lignine sind aber nicht nur für die Verholzung der Pflanzenzelle verantwortlich, sondern tragen auch zur Stabilität der Pflanze bei. Jede Holzart weist einen unterschiedlichen Anteil an Ligninen auf, weshalb sich auch jedes Holz unterschiedlich verändert, sofern es sporadisch bis dauerhaft der UV-Strahlung ausgesetzt ist.

So verändern sich die einzelnen Holzarten

  • Esche wird im Laufe der Zeit etwas dunkler und bekommt darüber hinaus einen Gelbstich.
  • Buche dunkelt ebenfalls nach und bewegt sich dabei hin zu einem rötlichen Farbton.
  • Bergahorn wird wesentlich dunkler und bekommt dazu einen kräftigen Gelbstich.
  • Der kanadische Ahorn bekommt einen goldigen Ton.
  • Eiche dunkelt nur sehr schwach nach, weshalb die Holzart zu den beliebtesten überhaupt gehört. Zu den farbstabilsten Holzarten gehört die Achateiche, welche kaum ihre Farbe verändert.
  • Kirsche wird in ihrem Rot kräftiger
  • Merbau verabschiedet sich eher von dem Rotton und tendiert zu einem Mittelbraun.
  • Wenge dunkelt auch nur leicht nach
  • Nussbaum tendiert zu einem Goldbraun.

Foto im Header: alexandre zveiger/fotolia.de

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