Parkett abschleifen – wie geht das?

Parkett abschleifen, Bild: Dmitry Kalinovsky/shutterstock.de

Parkett können auch Sie abschleifen und neu versiegeln. Wie, das verrate ich in diesem Artikel.

Ein neues Parkett sieht nicht nur edel aus, sondern verwandelt jeden Raum in ein gern begangenes Terrain. Da es sich jedoch um einen Gebrauchsgegenstand handelt, sind die ersten Gebrauchsspuren schon nach ein paar Jahren sichtbar.

Parkett ist renovierbar und damit langlebig

Parkett zeichnet sich durch seine Langlebigkeit aus und gehört dementsprechend zu den dauerhaften Bodenbelägen. Wenn das Parkett aber bereits ein paar Jahre gebraucht wurde, sind die Abnutzungserscheinungen deutlich auf der Oberfläche sichtbar. Diese ist teilweise stumpf und weist darüber hinaus kleine Kratzer auf, welche die Optik schmälern. Im Vergleich zu anderen Böden lässt sich Parkett aber glücklicherweise renovieren. Je nach Dicke der Nutzschicht, kann das Holz sogar mehrfach abgeschliffen werden. Mehrschicht-Parkett ist in der Regel mit einer Nutzschicht von 2,5 bis 7 Millimetern Dicke ausgestattet. Massivholz weist sogar Nutzschichten bis zu 22 Millimetern auf. Grundsätzlich gilt: Je dicker die Nutzschicht, desto öfter kann die abgenutzte Oberfläche renoviert werden. Beim Abschleifen werden etwa 0,5 Millimeter abgetragen. Das bedeutet, dass ein Parkett welches eine Nutzschicht-Dicke von beispielsweise 4 Millimetern aufweist, zweimal abgeschliffen werden kann, sodass auch weiterhin eine ausreichende Laufschicht verbleibt. Erfahrene Heimwerker können das Parkett ganz einfach selbst renovieren und kleine Schäden ohne viel Aufwand regulieren. Nach dem Abschliff folgt die gewünschte Oberflächenbehandlung mit Öl, Wachs oder Lack. Damit wird dem Boden neue Widerstandsfähigkeit verliehen und die Oberfläche erstrahlt in neuem Glanz. Doch bevor sich der Hobby-Handwerker an die Arbeit macht, sollte Einiges beachtet und vorbereitet werden.

Die Vorbereitungen vor der Renovierung

Wichtig ist, dass alle Möbel aus dem zu bearbeitenden Raum geräumt werden und dass die Sockelleisten entfernt werden. Dazu eignen sich ein Holzkeil und ein Meißel. Sollten die Sockelleisten verklebt worden sein, müssen diese vorsichtig mit entsprechenden Lösemitteln entfernt werden. Nun muss der Boden auf hervorstehende Nägel geprüft werden. Hier sollte darauf verzichtet werden, diese vollständig im Boden zu versenken. Besser ist es, die Nägel herauszuziehen. Sollte der Boden grobe Beschädigungen aufweisen, müssen diese mit einem Reparaturholzleim ausgebessert werden. Nun geht es an die Reinigung. Der Boden sollte frei von Verschmutzungen sein, weshalb sich an dieser Stelle ein spezieller Grund- oder Tiefenreiniger für Holzböden empfiehlt. Sobald das Holz trocken ist, sollte gründlich Staub gesaugt werden.

Das gilt es beim Parkett abschleifen zu beachten

Während der Schleifarbeiten kommt es zur erhöhten Staubentwicklung, weshalb der Handwerker unbedingt eine Atemschutzmaske tragen sollte. Diese muss der Filterklasse 3 entsprechend und sollte auch nach den Schleifarbeiten nicht abgenommen werden. Zusätzlich müssen die Räume gut gelüftet werden, weshalb beim Schleifen alle Fenster zu öffnen sind. Der im Beutel gesammelte Staub ist leicht entzündlich und darf anschließend nur in einem Metalleimer entsorgt werden. Um das Parkett wieder in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen und es in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, wird in mehreren Durchgängen abgeschliffen. Die Schleifmaschine kann im Fachhandel ausgeliehen werden. Um den Boden abzuschleifen, eignet sich ein Parkettbandschleifer. Ränder und Ecken sollten dagegen mit einem Winkelschleifer bearbeitet werden. In der Regel werden 3 bis 4 Schleifgänge benötigt:

  • Der Vor- /Grobschliff
  • Der Zwischenschliff
  • Der Endschliff

Die Körnung muss individuell ausgewählt werden und richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit. Handelt es sich um ein sehr unebenes Holz, so sollte eine grobe Körnung gewählt werden. Zu den üblichen Körnungen für Parkett-Schleifarbeiten gehören:

  • Körnungen für den Vorschliff: 24 und 36
  • Körnungen für den Vorschliff: 60
  • Körnungen für den Vorschliff: 100 und 120

Das Ansetzen der Schleifmaschine

Wie bereits erwähnt, kann die Schleifmaschine zum Parkett abschleifen im Fachhandel ausgeliehen werden. Für den Grobschliff werden die Körnungen 24 oder 36 verwendet, um die alte Lackschicht zu entfernen. Es ist jedoch sehr wichtig darauf zu achten, dass die Maschine ihre volle Drehzahl erreicht hat, bevor diese angesetzt wird. Sonst kann es passieren, dass unschöne Rillen entstehen, welche sich nicht mehr so einfach ausbessern lassen. Um diese Rillen zu vermeiden, darf die Maschine im Stand auch nicht abgesenkt werden. Am Ende eines Schleifgangs wird diese stattdessen mit einer Vorwärtsbewegung angehoben. Es ist empfehlenswert, die Maschine zuerst an der Wand anzusetzen und sich dann zur Mitte des Raumes vorzuarbeiten. Jede Bahn wird dabei in einem Vor- und Rückwärtsgang bearbeitet. Sobald das Parkett vollständig abgeschliffen wurde, wird der Staub entfernt. Um dabei nicht zu viel Schleifstaub aufzuwirbeln, sollte auf den Besen verzichtet werden. Sinnvoller ist die Aufnahme mit dem Staubsauger.

Das Fine-Tunig mit der Schleifmaschine

Nun geht es an den Zwischenschliff. Und auch hier gibt es einiges zu beachten. Der Handwerker sollte beim Zwischenschleifen unbedingt auf das Verlegemuster achten und sich danach richten. Um die Schleifspuren des Grobschliffs auf Fischgräten-Parkett zu entfernen, sollten diagonale Bahnen mit der Schleifmaschine gezogen werden, welche mit der Holzrichtung ausgeführt werden. Mosaikparkett wird dagegen quer zum Lichteinfall bearbeitet. Handelt es sich um Stabparkett, so wird in Längs- und Querbahnen mit der Holzrichtung behandelt. Schleifpapier mit der 60er Körnung entfernt im Zwischenschliff Schleifspuren aus dem Vorschliff. Erst jetzt werden die Ränder und Ecken bearbeitet. Sollten dennoch Risse verursacht worden sein, so können diese mit einem Holzreparaturleim und etwas Schleifstaub ausgebessert werden. Nun fehlt nur noch der Feinschliff, bei welchem eine Körnung von 100 oder 120 zum Einsatz kommt. Damit wird beim Schleifen eine glatte Oberfläche erzielt, welche nur noch gründlich vom Schleifstaub befreit werden muss und anschließend versiegelt werden kann.

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